Aller Vernunft zum Trotz – die Bäume am Strandbad sind gefallen!

 

Am Montag, 20.02.2017 wurden die ersten Bäume am Strandbad für den neuen Kunstrasenplatz gefällt. In der Zwischenzeit ist der Bereich südlich des Kleinspielfeldes kahlgeschlagen. Aber das ist noch nicht alles, denn der Streifen auf der Westseite kommt ja auch noch, insgesamt ca. 3.000 m2!

 

   

 

Die im B-Plan aufgeführten „vorgezogenen Maßnahmen zum Artenschutz“ hat man auch einfach mit den Fällarbeiten zusammengelegt. Die von uns vermissten und angemahnten Fledermauskästen wurden erst jetzt an die noch verbliebenen alten Eichen neben dem Vereinsheim des SSV 53  (besser bekannt unter dem förderfähigen Titel „Touristenstation“) gehängt. Wie die Gemeinde mit dem Naturschutz und den eigenen Auflagen im B-Plan umgeht ist mehr als peinlich, ja skandalös!

Ach ja, dann war da noch der Biber; der wurde ja im „Artenschutzrechtlichen Verfahren … sicher ausgeschlossen“ (lt. B-Plan). Wahrscheinlich haben die Gemeindemitarbeiter auch deshalb die vom Biber gefällten Bäume und Sträucher entfernt, übrig sind nur noch die Stümpfe und inzwischen wieder neu angenagte Gewächse. Wenn man die Warnungen und Hinweise im B-Plan mit dem vergleicht, was wirklich vor Ort los ist, da kann man nur mit dem Kopf schütteln!

Die vom Bürgermeister als Begründung für den Bau des Kunstrasenfußballplatzes im B-Plan aufgeführten so genannten „neuen Bedarfe“ konnten bis heute nicht erklärt werden. Schließlich sind die Interessen der Fußballer mit 2 Plätzen und einem Vereinsheim ja bereits bestens bedient worden. Klar ist, es ging nicht um die Jugendmannschaften des SSV 53- so viele gibt es nämlich nicht. Sie wären auch ohne einen turnierfähigen Kunstrasenplatz und Tribünen für angeblich Hunderte von Besuchern ausgekommen.  Es ging eher um die 1. Männermannschaft. Die gibt es aber auch nicht mehr – sie wurde bereits im letzten Jahr aufgelöst. Auch hier lässt sich also kein Bedarf mehr erkennen. Reflektion aktueller Gegebenheiten gehört aber offenbar nicht zu den Stärken der Gemeinde – man ignoriert sie einfach.

Fazit: Der Bürgermeister hätte sicherlich Steuergelder sparen können, wenn er sein „Denkmal“ am Strandbad nicht in Form neuer Fußballplätze bauen würde. Die Variante in Form eines Erholungsbereiches mit Wald und See für alle Bürger hätte der Waldsiedlung  Schönwalde viel besser zu Gesicht gestanden. Jetzt ist es leider nur ein „Mahnmal“ gegen Naturzerstörung geworden. Schade!

Noch am Tag der Fällung von Bürgern beschriftete Bäume am Strandbad

 

 

 

########## 15. Februar 2017 ########################################################################################################

 

 

 

Offener Brief an Herrn Bodo Oehme ,Bürgermeister der Gemeinde Schönwalde-Glien

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Oehme,

leider haben wir bei Ihren Äußerungen in der BRAWO vom 29.01.2017 „Kritik wegen Rodung von Bäumen steigt wieder“ feststellen müssen, dass Sie mit Behauptungen argumentieren, die wir so nicht stehen lassen können. Aus diesem Grund sehen wir uns veranlasst in einem offenen Brief darauf zu antworten.

Jedoch möchten wir zu allererst unsere Verwunderung zum Ausdruck bringen, dass am Strandbad bereits Vorkehrungen für die Fällungen getroffen wurden – und das, obwohl weder die Planung abgeschlossen noch die Finanzierung  gesichert sind. Werden jetzt am Strandbad Tatsachen geschaffen?

Zu dem bereits erwähnten Artikel in der BRAWO möchten wir im Folgenden Stellung nehmen:

 

Ihre Aussage: „Die ‚Ich-bin-dagegen-Mentalität‘ hilft nicht weiter.“

Bereits bei der Planung des Großspielfeldes ab 1998 schlossen sich Bürgerinnen und Bürger zusammen, um mit Ihnen über einen alternativen Standort für die Fußballplätze zu sprechen. Diese Initiative nannte einerseits den Alternativstandort Erlenbruch (damals mit noch funktionsfähigem Sportplatz) und legte andererseits eine alternative Planung für die Gestaltung des Strandbadgeländes vor. So waren Umkleide- und WC-Räume auf der Nord- und Südseite vorgesehen, ein Volleyballspielfeld, mehrere Tischtennisplatten, ein Badmintonfeld und ein Schachfeld für Großfiguren einschließlich Sitzmöglichkeiten, allesamt Vorschläge für eine wirkliche Verbesserung der Erholungsqualität und für alle Strandbadgäste. Auf unseren Vorschlag erhielten wir leider nicht einmal eine Antwort.

Im Jahr 2009 stellte der SSV 53 den Antrag, das Erlenbruchgelände für den Fußball zu entwickeln (mit von uns bereits in 1998 genannten Argumenten). Die Gemeindevertretung beschloss eine Beplanung des Geländes und zahlte dafür über 100.000 €, um dann von Ihnen, Herr Oehme, am 17.10.2012 verkünden zu lassen, es bestehe kein Bedarf. Die nächste Kehrtwende erfolgte schließlich am 06.11.2014 unter der Überschrift „Strandbad soll noch schöner werden“.

Bevor die Gemeindevertreter in der GV vom 12.11.2015 über die Finanzierung für den jüngsten Ausbau der Fußballplätze am Strandbad abstimmten, gaben Sie die Information in die Runde, dass die Gemeinde einen Bedarf für einen weiteren Fußballplatz habe, dass stehe so im Sportstätten-entwicklungsplan des Landkreises Havelland, Mai 2015. Eine solche Äußerung wurde tatsächlich bei einem Interview der befragten lokalen Akteure gemacht und ist aber als Meinungsäußerung zu verstehen. Die Universität Potsdam kommt nämlich im wissenschaftlichen Teil derselben Studie zu dem Ergebnis, dass die Gemeinde bereits mit einem Platz überversorgt ist, aber dringend eine weitere Turnhalle benötige.

Wir haben sehr oft das Gespräch mit Ihnen gesucht, auch in einer Einwohnerversammlung, die von über 600 Schönwalder Bürgern mit ihren Unterschriften unterstützt wurde. Aus unserer Sicht hat die Gemeinde jedoch in keiner Weise auf unsere Vorschläge und Forderungen reagiert. Damit ist auch eine weitere Chance vertan, Bürger vorher mit ihren Ideen, Wünschen und Kritiken in die Planung einzubeziehen. Interesse und Engagement der Bürger waren immer vorhanden!

Deshalb unser Fazit: Die von Ihnen unterstellte „Ich-bin-dagegen-Mentalität“ liegt ziemlich weit neben den Tatsachen.


 

Ihre Aussage: „Wir zerstören die Natur nicht.“

Wie soll man denn die Rodung von ca. 3.000 m2 Waldfläche bezeichnen? Waldpflege ist es ja nicht unbedingt und eine Pflanzung von kleinen Setzlingen irgendwo im Gemeindegebiet ersetzt doch nicht die über Jahrzehnte gewachsenen Eichen, Buchen und Kiefern am Strandbad. Dieses Stück Wald ist dann weg, auch für folgende Generationen.

Selbst im B-Plan wird deutlich darauf hingewiesen, welche negativen Folgen für die Natur durch die Umsetzung des Projektes zu befürchten sind. Trotzdem sagen Sie „Wir zerstören die Natur nicht“.

·         Wie soll man die Gutachteraussage im B-Plan bewerten, dass nur noch Teile des Badesees als Biotop gelten und nicht – wie vorher – der gesamte See?

·         Wie sollen wir die Äußerung im B-Plan verstehen, dass nachteilige Auswirkungen auf das Gebiet nicht zu vermeiden sind?

·         Was bedeutet es, wenn ein anerkannter Naturschutzverband in seiner Stellungnahme an die Gemeinde schreibt, dass die Erholungsnutzung verschlechtert wird?

·         Am Strandbad sind jede Menge Hinweise auf die Anwesenheit eines Bibers zu finden, aber im Artenschutzrechtlichen Fachbeitrag zum B-Plan steht „Weitere Säugetiere … können jedoch aufgrund der Biotopstruktur (Biber, Fischotter) sicher ausgeschlossen werden.“ Wie passt das zusammen?

·         Im B-Plan wurden als „vorgezogene Ausgleichsmaßnahme“ vor Rodungsarbeiten div. Ersatznisthilfen für Vögel und Fledermäuse zugesagt. Auch sollten potentielle Nist- und Winterquartiere rechtzeitig gesichert werden. Warum wurde nichts davon umgesetzt?

·         Wie kam es zur jetzigen nur noch mittleren Qualität des Landschaftsbildes, wo das Areal vorher eine besondere Qualität aufwies?

Alle o.g. Fragen können unserer Meinung nach nur mit dem treffenden Wort Naturzerstörung beschrieben werden.

 

Ihre Aussage: „Wir wägen zunächst im Verfahren alles ab …“.

Wir stellen uns nicht gegen das gesetzliche Verfahren der Abwägung! Wir wenden uns gegen das voreilige Faktenschaffen. Was, wenn schwerwiegende Bedenken geäußert werden, aber der Wald bereits gerodet ist?

Die mehrfache Überarbeitung der Planung hätte man sich sicherlich ersparen können, wenn man seitens der Gemeinde viel offener mit diesem Vorhaben umgegangen wäre. Die Bürger im Vorfeld einer Planung nach Ihren Wünschen, Ideen, Bedürfnissen und Kritikpunkten im Rahmen eines Beteiligungsverfahrens zu Wort kommen zu lassen, das will man aber offenbar seitens der politischen Mehrheit in Schönwalde nicht!

 

Mit freundlichen Grüßen

Die Initiative „Bäume statt Zäune“                                                                       Schönwalde, 14. Februar 2017

 

 

Eine Initiative von:  
Schönwalder Bürgern   und
                                                                                                 http://gruenefamiliebuerger.de/onewebmedia/logo_BfS%20mini.jpg?etag=%222ee9-56b255f0%22&sourceContentType=image%2Fjpeg

 

Kopie an:            Die Fraktionsvorsitzenden der Gemeindevertretung  Schönwalde-Glien,

            Presse, Internet, die Mitglieder der Initiative

 

 

 

########## 30. Januar 2017 ########################################################################################################

 

 

 

Werden am Strandbad jetzt Tatsachen geschaffen?

 


 


So wie es aussieht hat unser Flugblatt gerade noch rechtzeitig vor dem Beginn der Rodungen

die Schönwalder Öffentlichkeit erreicht.  Bei einem Spaziergang am Strandbad wurden wir

Zeuge der Vorbereitungen für die Baumfällungen, die offenbar nicht aufzuhalten sind und

Nächste Woche beginnen sollen. Und das, obwohl weder die Planung abgeschlossen noch

die Finanzierung gesichert sind.

 

So schafft man schon mal Tatsachen!

 

                 

 


Übrigens gibt es in der aktuellen BRAWO auf Seite 3 einen Artikel zu unserem Flugblatt:

http://www.moz.de/service/ueber-uns/brawo/

 

 

 

 

 

########## 10. Januar 2017 ########################################################################################################